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AGNU Projekt Weipersgrund - Springkrautbekämpfung


AGNU Braunfels in der Naturlandstiftung Lahn-Dill und das Projekt Weipersgrund/Steinerbachtäler bei Braunfels Altenkirchen/Neukirchen

Text: Joachim Bernecke/AGNU

In den vergangenen 3 Jahren wurde eine enge Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund Wetzlar im Rahmen der Bekämpfung des drüsigen Springkrautes im Weipersgrund praktiziert.


Projektbereich Weipersgrund/Steinerbach bei Braunfels. Die Planungsgrundlage für das Renaturierungsprojekt zur Renaturierung nach der Verlegung einer neuen Gasleitung

Betrachtet man unsere Wiesentäler und Talauen, so stellt man zumeist fest, dass durch die Nivellierung der Landschaft und den Ausbau der Gewässer z.B. Flutmulden, Auentümpel, Altarme, Überschwemmungszonen und Feuchtwiesen weitgehend verschwunden sind. Verschwunden sind damit auch die vom Vorhandensein eben solcher Strukturen abhängigen Lebensgemeinschaften. Bei den für den Weipersgrund und das Steinerbachtal (mit einem der größten Bachröhrichte des Kreises) durch den Dipl. Biologen Andreas Schmidt/Wetzlar im Auftrag der NLS geplanten und in Zusammenarbeit mit der AGNU bis heute mit viel Arbeit realisierten ökologischen Verbesserung handelt es sich demgemäß ganz überwiegend um (Wieder-) Vernässungsmaßnahmen, die eben diese Defizite an staunassen Bereichen sowie an feuchten Senken, temporären und permanenten Stillgewässern, innerhalb des Gewässersystemes zumindest teilweise ausgeglichen sollen. (Fotos Bernecke)


Bedrohung der ökologischen Entwicklung durch den seit der Trassenverlegung massenhaft auftretenden, hochgradig invasiven Neophyten - das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera).

Diese Pflanzenart hat sich rasend schnell ausgebreitet und verdrängte in den wunderbaren Tälern die heimische Vegetation und demzufolge auch die Tiere dieser Lebensräume, wie etwa das grosse Vorkommen der Prachtlibellen im Weipersgrund. Die sich prächtig entwickelnden und mit viel ehrenamtlichem Arbeitseinsatz stabilisierten Feuchtbiotope wären zerstört worden und zu Springkrautmonokulturen verkommen. Die Naturschützer beschlossen sich der Herausforderung zu stellen und die Attraktivität und ökologische Bedeutung der Gebiete zu bewahren. Durch eine Spende, die der Vorstand der NLS-LDK e.V. von "Nature Fund Deutschland/EON-Mitte" erhielt, konnte die AGNU von 2012 bis 2014 in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund Wetzlar ihre ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden erheblich erweitern und die Ausbreitung des Neophyten stoppen, ja die Pflanze sogar weitestgehend wieder aus dem Areal verdrängen. 2014 beteiligte sich auch der Neukirchener Ortsvorsteher Peter Schubert mit etlichen Asylbewerbern an den Arbeiten.

Es ist für die AGNU ganz praktische Erfahrung vor Ort, das der Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität), die ja das erklärte Ziel sowohl der deutschen Naturschutzgesetzgebung als auch der EU-Naturschutzrichtlinien ist, in den betreuten Tälern ganz akut bedroht war. Die harte Arbeit in sumpfigen Bereichen wie in steilen Windbruchflächen über die gesamten Sommermonate war über die Jahre die kleine Naturschutzgruppe eine absolute grenzwertige Erfahrung. Springkraut ist zwar leicht zu bekämpfen, wo es mit Mähmaschinen und Motorfreischneidern zu erreichen ist - in den vielen gewässernahen, sumpfigen, steilen Böschungen und durch Windbruchgehölz unzugänglichen aber stark befallenen Stellen, kann man mit Maschinen wenig ausrichten. Hier hilft nur Handarbeit - ausrupfen der Pflanzen oder Handsensen sind hier Mittel der Wahl. Die pflegerische Intension besteht zusammenfassend darin, die Auenbereiche strukturiert von oben, also den Quellbereichen her wieder nach unten arbeitend springkrautfrei zu bekommen und zu halten, was trotz großen Erfolg des letzten Jahres auch eine kommende grosse Aufgabe darstellt. Die übrigen Pflegearbeiten in den Pachtgebieten der Naturlandstiftung bleiben ja von dieser Arbeit völlig unbenommen und müssen quasi nebenher - vor allem in den Zeiten zwischen den Springkrautsaisons erledigt werden.


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